Privathausbau darf nicht einfach scheitern!

Durchaus berunruhigende Signale aus den politischen Lagern von Grün und Links tauchen vermehrt auf (Wahlkampf?). Noch erschreckender sind mehrfache redaktionelle Beiträge dazu von Plattformen und Zeitungen in der Baubranche.

Das Einfamilienhaus soll nicht weiter forciert werden

Nach dem Gerede beginnt nun das Handeln, wie im Spiegel berichtet wird. Hamburg leitet in den Wohngebieten außerhalb Planungsstopps für Einfamilienhäuser ein!

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/einfamilienhaeuser-verbot-lars-feld-fuerchtet-zunehmende-soziale-ungleichheit-a-bbd3f8e1-e94c-4a85-8bdf-45110a1b9c01

Zahlen-Daten-Fakten zum EFH

Um den wirtschaftlichen Hintergrund des Ganzen zu verstehen, sollten ein paar Zahlen des Statistischen Bundesamtes helfen.

Im Jahr 2019 hat demnach der Neubau 49,5% der Bautätigkeit ausgemacht. Im Neubaubereich liegt der Anteil der EFH bei ca. 76%. Kurzum wird damit eine Dynamik um knapp die Hälfte der 2,4 Mio. Beschäftigten im Baugewerbe und einige weitere in angrenzenden Sektoren erzeugt. Wenn hier eine aus verschiedenen Gründen nachvollziehbare Wende entstehen soll, stellen sich viele Fragen für viele Menschen?

Wer ist vom Baustopp betroffen?

Familien

Das EFH ist der Traum vieler Menschen, eigener Grund, eigenes Haus, Eigenständigkeit.

Wohnraumknappheit und hohe Preise für Eigentumswohnungen stehen den eigenen Vier Wänden oft entgegen.

Bauhandwerk

Aufträge für Einfamilienhäuser werden meist regional an eine Baufirma und die Gewerke an regionale Handwerker vergeben.

Tiefbau / Rohbau / Dach / Holzbau /Innenausbau / Elektro / SHK / Galabau

Zulieferer

Die Versorgung von Baustoffen für Einfamilienhäuser werden meist durch den Fachhandel organisiert. So haben eine Vielzahl an Baustoffherstellern die Möglichkeit ins Geschäft zu kommen.

Das gelobte “Serielle Bauen” wird als Großprojekt nur von wenigen Big Playern dominiert und in Strecke als Massegeschäft abgerechnet. Da bleiben Kleinere Betriebe und Imporeure auf der Strecke.

Städte/Gemeinden

Bei einem “Bauverbot” stellt sich die Frage nach Veräußerungsmöglichkeiten von Baugrundstücken. Kleine Parcellen mit 400-800m² sind attraktive Einnahmenquellen. Das Serielle Bauen benötigt pro Kopf weniger Grundfläche und damit weniger Einnahmen für die Kommune, oder?

Gesellschaft

Bauen ist Kultur. Die monotonen Plattenbauten in Industrieregionen kennt jeder.

Die Zerstörung von Vielfalt und Kreativität wird hier Einzug halten, da MFHs durch effiziente Bauträger getrieben wird. Kosten/Nutzen-Verhältnis statt Livestyle!

Planer

Architekten und Fachplaner sind gefragt, ebenso wie Baubehörden.

Wenn Bauen standardisiert wird, Stichwort “Platte” werden hier viele kreative Köpfe nicht mehr gebraucht.

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