Shein im Baustoffhandel?

Es lohnt sich immer, mal rechts und links des Tellerrandes zu schauen.

Kann ein C2M-Konzept auch in Deutschland im Baustoffsektor funktionieren?

Bevor wir uns der Frage widmen, ein paar kurze Erklärungen. Der Baustoffhandel ist geprägt von 2 wesentlichen Absatzwegen:

  • Direktvertrieb: Hersteller liefert und fakturiert direkt an Verarbeiter (teils Betonwerke, Bodenbelagshersteller,…)
  • dreistufiger Vertrieb: Hersteller liefert an Großhändler / Zentrallager, liefert ggf. an Einzelhändler, liefert an Verarbeiter/Endverbraucher

Was ist jetzt M2C?

engl. Customer to Manufacturer, also der Kunde bestellt direkt beim Hersteller. Ah, also o.g. Direktvertrieb? NEIN! Hersteller stehen auf einer Platform trotzdem im Wettbewerb und sparen sich gleichzeitig Mittelsmänner “cutting out the middlemen” / Desintermediation.

Das Modell bzw. diese Trendentwicklung erleben wir gerade (auch bei der eigenen Tochter) im chinesischen Markt.

Wie Bitte?

Shein bildet eine Platform für Hersteller, in denen Privatkunden direkt Textilien in neuen Kollektion “Fast-Fashion” einkaufen können. Das funktioniert mittlerweile auch hervorragend in Deutschland (Umsatz Shein weltweit 2020 10 Mrd. $)

Pinduoduo setzt auf das gleiche Modell als Herstellerplatform mit Sammeleinkaufsaktivität. Ah das kennen wir doch. Sammeleinkäufe von der Kooperation, der Allianz, dem Zentrallager… Genau! Da geht es nur viel schneller und transparenter.

Warum ist das Thema C2M für den Baustoffsektor überlegenswert?

Ich gebe gern zu, dass ich am Ecommerce des Baustoffhandels durchaus profitiere, trotzdem muss ich mir ehrlich die Frage gefallen lassen, wie lang dieses “sinnlose” Spiel noch gehen soll. Händler füllen hundert- und bald tausendfach den gleichen Content. Beispiel “Rotband” und Google / Bing teilt jedem Händler im Merchants-Account dann noch mit, ob man über oder unter dem Wettbewerbspreis liegt. Das ist “pervers” und total sinnlos!! Personalkapazitäten, Lagerfläche und gebundenes Kapital wird schier verramscht. Jeder will zu den Ersten gehören. Bereits Baustoffhändler aus Polen und Holland pushen den Ecommerce Markt um Baumaterial, siehe offensichtliches “Ads-Ranking”.

Letztendlich werden sich neue Warenströme entwickeln und der selektive Vertrieb wieder forciert. Das widerum spricht gegen die Kooperations- und Allianzstrategien “Wer nicht bei 3 auf dem Baum ist, wird gelistet” *zwinkersmiley.

Platformen wie Amazon oder Alibaba haben C2M bereits in anderen Sortimenten erkannt, Anbieter dort bereits Fuß gefasst. Es fehlt in Deutschland nur ein fester Anbieter für ein Sortimentsschwerpunkt “Baustoffe” und schon geht das Rennen los.

Übrigens hab ich das Gefühl, dass die Direktgeschäftsaktivitäten von sehr bekannten Baustoffherstellern auf amazon durchaus eine positive Entwicklung haben. Wer es nicht glaubt, schaut am besten mal nach. Die Kunden verraten ja heute öffentlich mehr als früher.

Sie haben Interesse an einem fachlichen, qualitativen Austausch hierzu, ggf. einen Gedanken der betriebswirtschaftlich ausgearbeitet werden soll? Melden Sie sich einfach bei mir.

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